Dienstag, 11. Dezember 2012

Man of Steel - Hier kommt der Erlöser

Superman kommt wieder ins Kino. Schauen wir uns an, wie der "Man of Steel" uns diesmal präsentiert wird. Was für eine Art Held will das 21. Jahrhundert? Der Trailer verrät's.




Richard Donners "Superman"-Film ist ein Meisterwerk. Denn mal ehrlich: Diesen Superpfadfinder glaubhaft auf die Leinwand zu bringen, ist fast unmöglich. Das fängt bei seinem Kostüm an (Unterhose über der Hose, und was Umhänge aus einem Superhelden machen, dazu braucht man nur die "Watchmen" fragen) und hört nicht bei seinem "for life, liberty and the American way". Doch 1978 funktioniert das: Ein Superheld, der in aller Unschuld und ohne Zynismus für den American Way leben durfte. Und seine Unterhose so trug, wie ihm es passte. Andere Zeiten. Neuauflagen liefen da nicht gut (*hust* Brandon Routh *hust*). Doch vielleicht ist die Welt nun wieder reif für einen reinen Erlöser. "Man of Steel" liefert ihn uns, mit ein bisschen Hilfe von Enya und Jesus Christus.





Was sehen wir? Clark Kent, vollbärtig, treibt im Wasser und erinnert sich an seine Kindheit. Die Welt war ihm wohl zu groß, wenn ich das Voiceover richtig verstehe. Wir sehen ihn in Action als Teenager - er rettet einen Bus mit Schulkindern vor dem Ertrinken. Soweit so Supes. Doch Vater Kent regt im nächsten Schnipsel an, dass es vielleicht besser gewesen wäre, sie ertrinken zu lassen, um Clarks Geheimnis zu bewahren. Willkommen im 21. Jahrhundert, Flyboy. Dazu hören wir New Age Music, die sehr nach Enya klingt. Und ach, Schande auf meine Zynikehre, aber der billige Trick funktioniert. Und wenn sich die Musik später dann zu Händelschem Jubel aufschaubt, ja zum ORatorium wird, dann glaube ich wieder, dass ein Mann fliegen kann. Doch er fliegt nicht nur, er blickt auch sorgenvoll in die Welt und lässt sich ganz sanft von Soldaten abführen. Dieses Bild - Superman in Handschellen mit buddhistisch gelassenem Blick - ist auch das aktuelle Teaserbild. So ist also Superman des 21. Jahrhunderts: Ein mißverstandener Erlöser, milde gegenüber denen, die ihn nicht verstehen. Das könnte tatsächlich zu unserer Welt passen. Wir sind bereit. Also Jes... ähm Supes: zeig uns, was du drauf hast (vielleicht sogar mal ein Lächeln?)!

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